Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft Leibniz-Gemeinschaft

Forschungsthemen

Domänen in sprachlichen Modulen

Das Forschungsthema Domänen in sprachlichen Modulen soll die Rolle von strukturellen, informationellen oder komputationellen Bereichen untersuchen, die in einem oder mehreren sprachlichen Sub-Systemen eine zentrale Rolle spielen. Eines der grundlegenden Organisationsprinzipien von natürlicher Sprache (und möglicherweise von Kognition überhaupt) ist die Gliederung komplexer Einheiten in modulare Teile, innerhalb deren bestimmte konkrete Beziehungen und Operationen definiert sind. Das heißt: Domänen von bestimmtem Umfang oder bestimmter Größe scheinen für charakteristische Prozesse und Abhängigkeiten verantwortlich zu sein, welche innerhalb von grammatischen oder weiteren sprachlichen Modulen wie Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik wirksam sind und in Konzepten wie Lokalität oder Skopus in Bezug auf bestimmte Phänomene auftauchen. Das übergreifende Ziel ist es, Forschung zu solchen Domänen zu bündeln, die für verschiedene Module relevant sind und zu untersuchen, in welchem Maße sie aufeinander beziehbar sind. Weiterhin ist zu überprüfen, welche modul-übergreifenden Parallelen sich ergeben. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich das Forschungsthema zentral mit Fragen an den Schnittstellen zwischen den Modulen befasst.

Das Forschungsthema wird gestützt durch:

  1. das DFG-Projekt Kongruenz-Mismatches in Relativsätzen und verwandten Strukturen (KoMiRe)
  2. das DFG-Projekt Veränderungsmaße in der Grammatik von verbalen Prädikationen (MeasChange)
  3. das DFG-Projekt Sprachübergreifende Logik: Konnektive sprachübergreifend ausdrücken und interpretieren (CrossConn)
  4. das DFG-Projekt Akustische Einblicke in die Wurzel-Affix-Asymmetrie in den Sprachen der Welt (AIRAL)
  5. das DFG-Projekt Anaphorisches Potential von inkorporierten Nominalen und schwachen Definiten (ANAPIN)
  6. das Marie-Curie-Projekt The grammar of inclusion: Exploring the Boundaries of Linguistic Competence (SEMSUBSET)
  7. das ERC Synergy-Projekt Realizing Leibniz‘s dream: Child languages as a mirror of the mind (LeibnizDream, Generator Group)
  8. die von der DFG geförderten SFB-Projekte Register and the development of periphrasis in the history of English (SFB 1412-Register B01) und Die Wahl sprachlicher Mittel durch Sprecher*innen in Kreol-Kontexten: Bislama und Morisien (SFB 1412-Register A02)
  9. der Berliner Interdisziplinärer Verbund für Mehrsprachigkeit, der bis 2016 vom Berliner Senat gefördert wurde und seitdem ein fester Bestandteil des ZAS ist

Weitere ausgelaufene Projekte waren für dieses Forschungsthema wesentlich: 

  1. das deutsch-französische Kooperationsprojekt (DFG/ANR) Sprachvergleichende Phonetik und Morphologie mit einem zeit-alinierten Referenzkorpus aus Dokumentationen von 50 Sprachen: Big Data on Small Languages (DoReCo)
  2. das DFG/AHRC-Projekt Lokalität und die Komplement-Adjunkt-Unterscheidung: Strukturbildung vs. Strukturanreicherung​​​​​​​ (LASER)
  3. das DFG-Projekt Relative Maßangaben und die DP-Grenze (DP-Border)

Publikationen zum Forschungsthema