Berliner Interdisziplinärer Verbund für Mehrsprachigkeit (BIVEM)

Der Berliner Interdisziplinäre Verbund für Mehrsprachigkeit (BIVEM) wurde 2011 vom Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) gegründet und von dem Berliner Senat gefördert. Es wurden zwei langfristige Studien durchgeführt und dabei Einflussfaktoren auf die Sprachentwicklung mehrsprachiger Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter untersucht. Dazu gehören verschiedene Sprachfördermaßnahmen, die Erstsprache, die Erwerbsdauer und das Alter zum Erwerbsbeginn, die verschiedene Ebenen der Sprache beeinflussen können: Wortschatz, Grammatik sowie Erzähl- und Literacyfähigkeiten.

2016 wurde der Verbund nach dem Ende der Förderung durch den Berliner Senat zum festen Bestandteil des ZAS. Er hat sich zum bundesweiten Netzwerk entwickelt, das Wissenschaftlern und Praktikern aus den Bereichen Mehrsprachigkeit, Spracherwerb, Sprachförderung und Sprachdiagnostik eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Begegnungen bietet. Damit wird ein beidseitiger Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis ermöglicht. BIVEM bietet verschiedene Angebote für Eltern und pädagogische Fachkräfte, die mit mehrsprachigen Kindern arbeiten, z.B. Infomaterialien (Flyerreihe) in mehreren Sprachen, Informations- und Fortbildungsveranstaltungen sowie Beratung zur mehrsprachigen Erziehung und zum Spracherwerb allgemein.

Mehr Informationen finden Sie auf der BIVEM-Webseite.

Forschungsthemen

Ab 2012 lief die große BIVEM-Studie, an der 160 bilinguale Kinder aus über 20 Berliner Kindertageseinrichtungen teilnahmen. Wir untersuchten die Wirksamkeit von Sprachförderung bei mehrsprachigen Kindern, wenn die Maßnahmen bereits mit zwei- bis dreijährigen Kindern beginnen. Die Herkunftssprachen der Kinder sind Russisch und Türkisch. Weiterhin untersuchten wir, ob sich additive Sprachfördermaßnahmen von alltagsintegrierten Ansätzen in ihrer Wirksamkeit unterscheiden. Bei den additiven Ansätzen werden die Kinder außerhalb des Gruppenverbands in Kleingruppen von externen Mitarbeitern gefördert. Für die alltagsintegrierte Sprachförderung werden die ErzieherInnen weitergebildet, damit sie die Kinder über den ganzen Tag durchgängig fördern. In der Kontrollgruppe nehmen die Kinder an der in ihrer Einrichtung praktizierten Sprachförderung teil.

Wir untersuchten:

  • Einfluss von Erwerbsalter, Kontaktzeit und Herkunftssprache
  • Wirksamkeit unterschiedlicher Sprachförderansätze
  • Einfluss des Alters zu Beginn der Sprachförderung
  • Unterschiede zwischen monolingualen und bilingualen Kindern