Der pragmatische Status von ikonischer Bedeutung in gesprochener Kommunikation: Gestik, Ideophone, prosodische Modulationen (PSIMS)

Obwohl die meisten Wörter in gesprochenen Sprachen eine konventionelle und also nicht-ikonische Bedeutung haben, gibt es auch ikonische Aspekte in der menschlichen Kommunikation. Wir werden drei Arten von Ikonizität untersuchen: sprachbegleitende Handgesten, Ideophone wie helterskelter (holterdiepolter) und prosodische Modulationen wie in boooring (laaangweilig). Die zentrale Forschungsfrage ist der pragmatische Status von solchen ikonischen Bedeutungen: Tragen sie zum Gesagten, also zur at-issue-Bedeutung bei, und unter welchen Bedingungen können sie at-issue werden? Wenn sie nicht zur at-issue-Bedeutung beitragen, handelt es sich um konventionelle Implikaturen oder um eine Art von Präsuppositionen? Vorhandene Analysen, die ikonischen Gesten als Supplemente, ähnlich appositiven Relativsätzen, oder als Kosuppositionen auffassen, werden experimentell überprüft, sowohl für Gesten als auch für die beiden anderen Arten von ikonischer Bedeutung. Wir untersuchen die genaue zeitliche Ausrichtung von ikonischen Handgesten an den verbundenen gesprochenen Ausdrücken, die Verbindungen von Gesten mit Ideophonen und prosodischen Modulationen und außerdem die Art und Weise, wie ikonische Bedeutungskomponenten zur Gesamtbedeutung beitragen, beispielsweise ob sie im Skopus von semantischen Operatoren interpretiert werden oder ob und wie sie in der Kommunikation thematisiert werden können. Für die Untersuchung der multimodalen Aspekte von Kommunikation verwenden wir bestehende Korpora, Produktionsexperimente mit synchronisierten Audio-, Video- und Motion-Capture-Datenaufzeichnungen sowie audiovisuelle Perzeptionsexperimente und Verhaltensmessungen für die kognitive Verarbeitung (Reaktionszeiten). Das Ziel ist, ein besseres Verständnis der oft vernachlässigten ikonischen Bedeutungsaspekte in der menschlichen Kommunikation und des Zusammenspiels von verschiedenen Arten von Bedeutungen zu gewinnen.