Dynamiken des Verbalaspekts und der (pro)nominalen Referenz im Sprachkontakt (RUEG P10)

RUEG P10 ist ein Teilprojekt der Forschergruppe „Emerging Grammars in Language Contact Situations: A Comparative Approach“ (kurz „RUEG“), welche von der DFG für weitere 3 Jahre gefördert wird. Die Forschergruppe untersucht gemeinsam in verschiedenen Teilprojekten die sprachlichen Systeme und sprachlichen Ressourcen bilingualer SprecherInnen aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte, sogenannter „Heritage Speakers“, in ihren beiden Sprachen (Heritage- und Majoritätssprache) in formellen und informellen, geschriebenen und gesprochenen Kommunikationssituationen.

In dem gemeinsamen Projekt von Prof. Dr. Dr. hc Artemis Alexiadou (HU Berlin/ZAS), Prof. Dr. Natalia Gagarina (ZAS/HU Berlin) und Prof. Dr. Luka Szucsich (HU Berlin) sollen die Dynamik von verbalem Aspekt und (pro)nominaler Referenz in den drei Haupt-Heritage-Sprachen der RUEG-Forschergruppe, nämlich Heritage-Griechisch, Heritage-Russisch und Heritage-Türkisch in Deutschland und den USA, im Vergleich zu Majoritäts-Griechisch, Majoritäts-Russisch und Majoritäts-Türkisch untersucht werden. Diese beiden empirischen Domänen haben sich in der ersten Phase von RUEG als besonders vielversprechende Bereiche für weiter gehende Untersuchungen im Rahmen der übergreifenden Fragestellungen der Forschergruppe in ihrer zweiten Phase (RUEG 2) herausgestellt, denn erste Erkenntnisse in den Daten haben gezeigt, dass sowohl der verbale Aspekt als auch die (pro)nominale Referenz offen für neue Entwicklungen im Repertoire der Sprecher in allen drei Heritage-Sprachen sind. Diese beiden Bereiche sind für die Gesamtziele von RUEG2 insofern besonders interessant, da sie die Reorganisation zweier linguistischer Domänen betreffen: einerseits das grammatische Kernsystem (interne Schnittstelle) und andererseits die externe Schnittstelle zwischen Morphosyntax und Pragmatik (Informationsstruktur und Diskursorganisation).