Die Sprachen der Welt entdecken: was machen Mayasprachen anders?

Vortragende(r) Prof. Dr. Elisabeth Verhoeven
Institution(en) Humboldt-Universität zu Berlin
Datum 04.06.2019
Uhrzeit 18:15 Uhr
Ort Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin, Raum 1.101

Aus der Sicht indoeuropäischer Sprachen erscheint die Grammatik anderer Sprachen oft fremd oder gar exotisch. Dass nicht alle Sprachen einen grammatischen Ausdruck für zeitliche Referenz besitzen oder dass es unterschiedliche Systeme räumlicher Orientierung in den Sprachen der Welt gibt, ist inzwischen wohlbekannt. Umstritten ist dagegen einerseits die Analyse solcher Phänomene und andererseits ihre Bedeutung für das menschliche kognitive System.  

In diesem Vortrag wird Prof. Dr. Elisabeth Verhoeven einige grammatische Besonderheiten der Mayasprachen im Rahmen aktueller Diskussionen beleuchten und sie vor dem Hintergrund der typologischen Variationsbreite einordnen.

Zur Person:

Elisabeth Verhoeven ist Professorin für Allgemeine Sprachwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im typologischen Sprachvergleich und in der Untersuchung weniger erforschter nicht-indoeuropäischer Sprachen, dabei insbesondere der Maya- und Chibchasprachen Zentralamerikas. Verhoeven arbeitet mit experimentellen und korpuslinguistischen Methoden, um zwischensprachliche Variation auf abstraktere Prinzipien des Sprachsystems zurückzuführen.