Heisenberg-Professur für Melanie Weirich

14.07.2021

Dr. Melanie Weirich vom Forschungsbereich Laborphonologie hat zeitgleich zwei Rufe an Universitäten erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

Im Herbst wird sie eine Heisenberg-Professur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena antreten. Mit dem Heisenberg-Programm fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) herausragende Wissenschaftler*innen, um sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten.

In ihrem Forschungsvorhaben "Phonetische Variabilität im sozialen Kontext" wird sie die Produktion, die Perzeption und die Rezeption sprachlicher Variabilität auf phonetischer Ebene untersuchen. Als Ursachen der Variabilität werden sowohl biologische als auch soziale Faktoren beleuchtet.

Wer spricht wie, wann und warum? Wie äußert sich zum Beispiel geschlechtsspezifische phonetische Variabilität, wann finden wir sie, wer bedient sich ihrer in welchem Kontext? Hierbei werden sprecherinterne Faktoren (Anatomie und Physiologie, regionale und soziale Identität, Hormone, Partnerwahl, Kommunikationsziel/Wirkung) und sprecherexterne Parameter (berufliches Umfeld, Zeit, Gesellschaft, Kultur/Sprache, Situation, Gesprächspartner) betrachtet. Neben der Einbeziehung geschlechtsspezifischer, aber auch sprecherspezifischer anatomischer Unterschiede im Vokaltrakt spielen hormonelle Einflüsse eine wichtige Rolle. Hinsichtlich sozialer Faktoren werden die Aspekte der sozialen Identität (Verbundenheit mit Sprachgemeinschaft, Gender Identity) und des Anpassens an die soziale Umwelt erforscht. Dazu gehören veränderte Rollenbilder in der Gesellschaft und damit einhergehend mögliche Unterschiede in geschlechterspezifischer Sprache zwischen Kulturen oder Generationen, aber auch der Einfluss geschlechts(un)typischer Berufe und Berufsumfelder (Managerin, Krankenpfleger). Neben der Analyse der sprachlichen Variation der Sprecher*innen werden immer auch die Hörer*innen betrachtet und die Aspekte Erwartung, Vorurteile und Wirkung beleuchtet.