Bedeutung und Kognition

Das Forschungsthema Bedeutung und Kognition hat als Ziel die Erforschung der Schnittstelle zwischen Kognition und sprachlich enkodierter Bedeutung. Es soll insbesondere untersucht werden, wie die Eigenschaften von kognitiven Systemen, wie zum Beispiel das approximative numerische System, den Bereich der möglichen semantischen Bedeutungen formen und restringieren. Es soll auch untersucht werden, wie sprachliche Bedeutungen von Kindern erworben werden und wie dies umgekehrt die Eigenschaften kognitiver Systeme formt. Der Fokus liegt dabei auf der Bedeutung von logischen Ausdrücken wie und und oder, auf numerischen Ausdrücken, und auf der sprachlichen Repräsentation von Skalen.

Das Forschungsthema baut auf der bestehenden Expertise in formaler Semantik und Pragmatik auf, insbesondere auf den Forschungen zu Implikaturen im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms XPrag.de: New Pragmatic Theories based on Experimental Evidence (SPP 1727). Die Untersuchungen kombinieren theoretisch motivierte experimentelle Forschung, kognitive Modellierung und Forschungen zum Spracherwerb. Es sollen beispielsweise untersucht werden: Logische Operatoren und nicht-verbale Bedeutung, Maßskalen und numerische Kognition, Vagheit und Gradbezogenheit im Spracherwerb und Ikonizität. Das Forschungsthema lädt dazu ein, Beziehungen zwischen semantischer Forschung, Spracherwerbsforschung und Psychologie nachzugehen. Es wird zu einer Verfeinerung sowohl von semantischen Theorien wie von kognitiven Modellen führen.

Neben den drei DFG-Projekten im Rahmen von XPrag.de Lexikalische Inferenz vs. Skalare Implikatur (Sauerland), Probabilistische Modellierung der Verwendung von Quantoren durch typische und atypische Sprecher (Krifka, Sauerland) und Experimentelle Spieltheorie und skalare Implikaturen: Untersuchung von Variationen im Kontext und Skalentyp (Benz) tragen weiterhin zu dem Forschungsthema das DFG-Projekt Sprachübergreifende Logik: Konnektive sprachübergreifend ausdrücken und interpretieren (Nicolae) und das ERC Synergie Projekt Realizing Leibniz‘s dream: Child languages as a mirror of the mind (Sauerland & Alexiadou) bei.