Sprachkontakt

Bei dem Forschungsthema Sprachkontakt ist geplant, Kontaktphänomene sowohl in individueller wie in gesellschaftlicher Hinsicht zu untersuchen. Auf individueller Ebene wird erforscht, wie Sprachsysteme innerhalb eines zweisprachigen Sprechers interagieren und welche Faktoren die Sprach(dis)balance innerhalb des Lexikons, der Grammatik und des Diskurses beeinflussen. Insbesondere wird das Codeswitching im Fokus stehen. Auf gesellschaftlicher Ebene sollen die Einstellungen zu Sprachen und das Bewusstsein für den Sprachkontakt ermittelt werden. Ein langfristiges Ziel ist es, auf eine wissenschaftlich informierte Einstellung der Öffentlichkeit zur Mehrsprachigkeit hinzuwirken. Ein weiteres Ziel ist es, für eine bessere Kenntnis der regionalen und sozialen Bedeutung von Sprachen und ihrer Sprecher in Deutschland und insbesondere in Berlin zu sorgen.

Das Forschungsthema wird durch verschiedene Drittmittelprojekte unterstützt. So tragen das DFG-Projekt Bilinguale Kinder im Übergang vom Kindergarten zur Grundschule: die Entwicklung ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten (Gagarina &  Lindner, LMU München) (hier Herkuftssprache Russisch) und das SFB-Projekt Sprecherwahl in Kreolsprachcommunities: Bislama and Morisien (Krifka & Veenstra) zu dem Thema bei. Auch die Forschung im Projekt  Interdisziplinärer Forschungsverbund: Sprachentwicklung von Grundschulkindern mit Migrationshintergrund (Gagarina & Krifka) (hier Herkuftssprachen Russisch und Türkisch), welches  durch die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung gefördert wird, ist essentiell für das Thema. Zudem ist das ZAS mit zwei Projekten an der Forschergruppe Emerging Grammars in Language Contact Situations: A Comparative Approach (FOR 2537), beteiligt, und zwar eins zum Russischen (Gagarina) und eins zum Griechischen (Alexiadou).