Die Modellierung von semantischen Registerunterschieden (SFB Register A05)

A05 ist ein Teilprojekt im Bereich A „Register und Grammatik“ des DFG-finanzierten Sonderforschungsbereichs 1412 „Register“: Language-Users’ Knowledge of Situational-Functional Variation.

Während es sich bei Registerphänomenen häufig um alternative Formen handelt, die sich in der Interpretation unterscheiden, wie bereits im Rahmentext erwähnt, hat sich die Arbeit in der variationistischen Soziolinguistik weitgehend auf Variablen konzentriert, deren Varianten plausibel semantisch äquivalent sind. Dieses Projekt untersucht situations- und funktionsbedingte intraindividuelle Variationen mit Alternativen, die sich in ihrem logischen oder wahrheitskonditionalen Kerninhalt unterscheiden. Wir vertreten die Auffassung, dass die Untersuchung solcher Phänomene für die zentrale Frage, die dem Bereich A des SFB 1412-Registers zugrunde liegt - wie sich das Registerwissen auf grammatische Aspekte des Sprachwissens bezieht - unmittelbar relevant sein wird, indem insbesondere die folgenden beiden Unterfragen behandelt werden: i) wie bestehende Alternativen für Registerzwecke rekrutiert werden und ii) wie Sprachbenutzer zwischen Registervarianten wählen. Darüber hinaus können die Grenzen des Ausmaßes einer solchen bedeutungsbedingten Variation Schlüsselinformationen zum Verständnis der Darstellung des Registers innerhalb der Grammatik enthalten. Wir lassen dabei Variation außer acht, die aufgrund von Bedeutungs-Situations-Korrelationen transparent ist, und konzentrieren uns auf bedeutungsgetriebene Abweichungen, die im Sinne von Agha (2003) "vergeregistert" sind. Wir verfolgen zwei komplementäre Perspektiven zur vergeregisterten, bedeutungsgetriebenen Variation: eine Bottom-up-Perspektive, die multifaktorielle Modelle für bestimmte Variationsbereiche erstellt, und eine Top-down-Perspektive, um nach Verallgemeinerungen über Domänen hinweg zu suchen.