Jahresbericht 2019 erschienen

30.09.2020

Unser Bericht "Das Forschungsjahr 2019" ist jetzt erschienen. Lesen Sie die Ausgabe als PDF oder bestellen Sie eine gedruckte Ausgabe hier.

Der Bericht stellt unsere Forschungsprojekte, Aktivitäten und Ergebnisse des Jahres 2019 vor. Zudem geben die Artikel von Dagmar Bittner und Christoph Hesse tieferen Einblick in zwei unserer Forschungsthemen am ZAS.

Dagmar Bittner stellt in ihrem Beitrag ein überraschendes Ergebnis bei der Untersuchung von Interviews mit Alzheimer-Patienten vor. Sie fand in Zusammenarbeit mit Psychologen der Universität Heidelberg heraus, dass Patienten mit Alzheimer Demenz einen höheren Anteil von sogenannten D-Pronomen wie die, der, das bei Verweisen auf sprechernahe Personen verwenden als kognitiv gesund alternde Menschen – und das bereits zu einem Zeitpunkt, als die Demenz bei ihnen noch nicht klinisch diagnostiziert worden war.

Christoph Hesse zeigt in seinem Artikel, dass vage Formulierungen wie beispielsweise mehr als 100 km trotz ihrer Ungenauigkeit ausreichend informativ sind, weil Menschen über einen angeborenen unbewussten Mechanismus verfügen, mit dem sie den möglichen Wertebereich und den wahrscheinlichsten Wert schätzen können. In Experimenten mit Anton Benz konnte er belegen, dass der mögliche Wertebereich nicht durch die Rundheit von Zahlenangaben bestimmt wird, sondern durch seine Größenordnung. Mit zunehmender Größe einer Zahl nimmt jedoch die Genauigkeit dieses Schätz-Mechanismus ab – Hesse und Benz erkannten an dieser Stelle die Weber-Fechner-Regel aus Psychologie und Kognitionswissenschaft wieder.