Sprechakt und Perspektive

Das Forschungsthema Sprechakte und Perspektive wird gestützt durch den ERC Advanced Grant Sprechakte in Grammatik und Diskurs (SPAGAD) (Krifka). In diesem Projekt wird ein syntaktisches, semantisches und prosodisches Modell für die Darstellung von Sprechakten entwickelt, das es insbesondere erlaubt zu erklären, wie Partikeln, Satzadverbiale oder Nebensätze Sprechakte wie Assertionen, Direktive, Kommissive oder Exklamative modifizieren können. Es soll ferner die Rolle von Sprechakten im Diskurs sowie die sozialen Standards in Verwendung von Sprechakten und der Erwerb der sozialen Regeln für Sprechakte untersucht werden. Das Thema der Perspektive ist dabei relevant, weil bei sprechaktbezogenen Ausdrücken in Nebensätzen oft ein Perspektivenwechsel vom Sprecher auf einen im Hauptsatz genannten oder impliziten Einstellungsträger vorliegt. Sprechakt- und perspektivenbezogene Phänomene sollen breit und anhand sehr unterschiedlicher Sprachen und Sprachgemeinschaften erforscht werden; unter anderem sind Untersuchungen zu Verbmodus, Verbstellung, Pronomenwahl, Frage-Bias, Diskurspartikeln und Prosodie geplant.

Zu dem Forschungs­thema tragen auch das DFG-Projekt Propositionaler und Non-at-issue Inhalt für die Textgenerierung: Eine Untersuchung zu QUD-Ansatz für die Diskursstrukturierung (Benz) und das Marie-Curie-Projekt Wie Sprache zur Unterdrückung eingesetzt wird  (Popa-Wyatt) bei.