Bedeutung und Kognition

Das Forschungsthema Bedeutung und Kognition hat als Ziel die Erforschung der Schnittstelle zwischen Kognition und sprachlich enkodierter Bedeutung. Es soll insbesondere untersucht werden, wie die Eigenschaften von kognitiven Systemen, wie zum Beispiel das approximative numerische System, den Bereich der möglichen semantischen Bedeutungen formen und restringieren. Es soll auch untersucht werden, wie sprachliche Bedeutungen von Kindern erworben werden und wie dies umgekehrt die Eigenschaften kognitiver Systeme formt. Der Fokus liegt dabei auf der Bedeutung von logischen Ausdrücken wie ‚und‘ und ‚oder‘, auf numerischen Ausdrücken und auf der sprachlichen Repräsentation von Skalen.

Das Forschungsthema baut auf der bestehenden Expertise in formaler Semantik und Pragmatik, im Bereich Kindersprache, in der Morphologie und anderen Bereichen auf. Die Untersuchungen kombinieren theoretisch motivierte experimentelle Forschung, kognitive Modellierungen und Forschungen zum Spracherwerb. Es sollen beispielsweise untersucht werden: Logische Operatoren und nicht-verbale Bedeutung, Maßskalen und numerische Kognition, Vagheit und Gradbezogenheit im Spracherwerb und Ikonizität. Das Forschungsthema lädt dazu ein, Beziehungen zwischen semantischer Forschung, Spracherwerbsforschung und Psychologie nachzugehen. Es wird zu einer Verfeinerung sowohl von semantischen Theorien als auch von kognitiven Modellen führen.

Zu dem Forschungsthema tragen das DFG-Projekt  Sprachübergreifende Logik: Konnektive sprachübergreifend ausdrücken und interpretieren (Nicolae), die Generator Group des ERC Synergie Projekts Realizing Leibniz‘s dream: Child languages as a mirror of the mind (Sauerland) sowie die beiden durch die Alexander von Humboldt Stiftung geförderten Projekte Die Diachronie der logischen Atome (Mitrović) und Skalare Vielfalt: Relevanz und Bayes'sche Wahrscheinlichkeit (Sun) bei.

Auch die Forschung des Ende 2020 ausgelaufenen DFG-Projekts Abschwächende Polaritätselemente aus dem skalaren Bereich (Solt) war für dieses Forschungsthema wesentlich.

Publikationen zum Forschungsthema