In der semantischen und pragmatischen Literatur wurde eine Vielzahl von Bedeutungskomponenten identifiziert, wie z. B. Präsuppositionen, Implikaturen, Anti-Präsupposition usw. Diese Phänomene wurden häufig im Hinblick auf den Wettbewerb zwischen der Äußerung und ihren potenziellen Alternativen analysiert: Wir setzen das, was gesagt wurde, in Beziehung zu dem, was hätte gesagt werden können, und leiten aus diesem Vergleich eine reichere Bedeutung ab. Entscheidend ist, dass die Art und Weise, in der dieser Wettbewerb typischerweise formuliert wird, an die Wahrheitsbedingungen der Äußerung und ihrer Alternativen gebunden ist. Die gleiche Art von reichem pragmatischem Inhalt findet sich jedoch auch in nicht-deklarativen Äußerungen und insbesondere in Fragen, denen man normalerweise keine Wahrheitsbedingungen zuschreibt.
Ziel dieses Projekts ist es, zu erforschen, wie Fragen und schließlich alle nicht-deklarativen Äußerungen in unser Verständnis der Schnittstelle Semantik/Pragmatik integriert werden können. Zu diesem Zweck werden wir die Reflexe bekannter Schnittstellenphänomene wie skalare Implikaturen usw. in Fragen untersuchen, wobei wir sowohl introspektive als auch experimentelle Daten verwenden. Wir versuchen, Modelle des pragmatischen Wettbewerbs zu entwickeln, die auf Äußerungen ohne Wahrheitsbedingungen anwendbar sind. Insbesondere schlagen wir vor, den pragmatischen Wettbewerb in den potenziellen Fortsetzungen von Äußerungen zu begründen.