Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft Leibniz-Gemeinschaft

Das ZAS trauert um Prof. Dr. Dieter Wunderlich

11.06.2026

Das Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft trauert um sein Ehrenmitglied Dieter Wunderlich. Er hatte mehr als ein Jahrzehnt den Vorsitz des wissenschaftlichen Beirats des ZAS inne und hat das Institut während dieser Zeit mit großem Engagement vorangebracht. Bereits mit der Vorgängereinrichtung des ZAS, dem Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR, stand Dieter Wunderlich in regem Austausch.

Dieter Wunderlich wurde 1937 in Rostock geboren. Sein wissenschaftlicher Weg begann zunächst in der Physik, bevor er sich der Linguistik zuwandte – einem Fach, das er über Jahrzehnte hinweg maßgeblich prägen sollte. Nach Stationen in Berlin wurde er 1973 auf den Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf berufen, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 innehatte.

Seine Forschungen zur Semantik, Morphologie, Syntax und Pragmatik haben die moderne Sprachwissenschaft nachhaltig beeinflusst. Mit Werken wie Grundlagen der Linguistik, Arbeitsbuch Semantik und zahlreichen wegweisenden Aufsätzen schuf er Grundlagen, die Generationen von Studierenden und Forschenden begleitet haben. Als Gründungsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) sowie als Initiator und Sprecher bedeutender Forschungsverbünde setzte er wichtige Impulse für die Entwicklung der Linguistik weit über Deutschland hinaus. Anfang 2014 wurde Prof. Dr. Dieter Wunderlich von der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft der Wilhelm-von-Humboldt-Preis für sein Lebenswerk verliehen. 

Wer mit ihm zusammenarbeitete, erinnert sich an einen Gelehrten von großer Bescheidenheit, Klarheit und menschlicher Zugewandtheit. Als akademischer Lehrer förderte er zahlreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und hinterließ eine lebendige wissenschaftliche Schule, deren Wirkung bis heute spürbar ist.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.