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Philippe Schlenker mit Humboldt-Forschungspreis am ZAS

08.04.2026

Von April bis Juni 2026 wird Philippe Schlenker, Senior Research Fellow des CNRS (Institut Jean-Nicod, Paris) am ZAS forschen. Gefördert wird sein Aufenthalt mit einen Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, die mit diesem Stipendium jedes Jahr international renommierte Wissenschaftler:innen aller Fachrichtungen für ihre herausragenden Forschungsleistungen auszeichnet. Philippe Schlenker erhielt den Preis im Jahr 2025 für sein gesamtes sprachwissenschaftliches Werk. Zuvor war Schlenker bereits 2021 für die Originalität, Qualität und Bedeutung seiner Arbeit vom CNRS mit einer Silbermedaille ausgezeichnet worden. Während seiner Zeit wird Schlenker vor allem im Forschungsbereich "Semantik & Pragmatik" mitarbeiten. 

Schlenker wird unter anderem einen Kurs zum Thema “Multimodale Semantik” halten, die sechs 2-stündige Termine umfasst. Die erste Vorlesung wird bereits am Mittwoch, d. 15. April um 14:00 Uhr im Ilse-Zimmermann-Saal am ZAS (Pariser Straße 1, 10719, EG) stattfinden. Die kostenlose Teilnahme steht allen Interessierten offen, allerdings ist eine Registrierung erforderlich. Ausführliche Informationen finden sich auf der Webseite der Reihe.

Zusätzlich wird er am 8. Mai 2026 um 14: 00 Uhr einen Vortrag zu "Parasuppositions" halten. Mehr Details finden sich hier.

Schlenker studierte an der École Normale Supérieure (Paris) und promovierte in Linguistik am MIT sowie in Philosophie an der EHESS (Paris). Er lehrte an der École Normale Supérieure, an der University of Southern California, an der UCLA und von 2008 bis 2025 als Global Distinguished Professor an der NYU. Zu seinen frühen Interessen gehörten Semantik, Pragmatik, Sprachphilosophie und philosophische Logik. Er hat zu indexikalischen Ausdrücken und indirekter Rede, intensionaler Semantik, Anaphern, Präsuppositionen sowie semantischen Paradoxen geforscht.

In seinen jüngsten Arbeiten hat er sich für ein Programm der „Superlinguistik“ eingesetzt, das darauf abzielt, die traditionellen Grenzen des Fachgebiets zu erweitern. Er hat die Semantik von Gebärdensprachen untersucht, wobei er besonderes Augenmerk sowohl auf deren logische Struktur als auch auf die vielfältigen ikonischen Mittel legte, die mit dieser interagieren. Um einen Vergleichsmaßstab für diese ikonischen Phänomene zu erhalten, hat er zudem die Logik und Typologie von Gesten in der gesprochenen Sprache untersucht. In Zusammenarbeit mit Ethologen und Psycholinguisten hat er den Grundstein für eine „Tierlinguistik“ gelegt, die darauf abzielt, die allgemeinen Methoden der formalen Linguistik auf Tiersignale anzuwenden und deren Evolutionsgeschichte nachzuzeichnen. Er hat sich zudem für die Entwicklung einer detaillierten Semantik der Musik eingesetzt, die sich jedoch stark von der linguistischen Semantik unterscheidet.